Mein Einstieg in die Computerwelt

Wie bin ich eigentlich in die Welt der Computer gekommen?

Die Geschichte beginnt etwa Mitte der 80er. Ich lernte damals – ich denke ich war ungefähr 10 Jahre alt – Orgel zu spielen, mein Vater machte einen Computerkurs. Da beide Kurse im selben Haus stattfanden und ich mit dem Orgel spielen immer etwas früher fertig war, konnte ich mich zu meinem Vater mit in den Computerkurs setzen. Dort brachte man ihm das Programmieren bei. Ganz klassisch in BASIC. Auf einem ATARI 800XL. Irgendwie war ich fasziniert von den weißen Buchstaben auf dem blauen Hintergrund und dass dieses Wirrwarr auf dem Bildschirm etwas sinnvolles machte. Wahnsinn 🙂

Atari 800 XL
Der Atari auf dem Bild ist derselbe, den mein Vater damals gekauft hat. Ich habe den immer behalten und niemals weggeschmissen oder verkauft. Darüber bin ich sehr froh. Ausser defekten RAM-Chips hatte der Rechner nie Probleme.

Irgendwann kam der Zeitpunkt, dass sich mein Vater natürlich einen Computer nach Hause holte. Und wie solltes es anders sein, war das genau der selbe Computer wie in seinem Kurs: der Atari 800XL. Nebst einer Datasette, also einem Kassettenrekorder, auf dem die Programme gespeichert und wieder in den Rechner geladen werden konnte.

Ich erinnere mich leider nicht mehr daran, ob damals die beiden Spiele nebst Joystick schon dabei waren oder ob diese erst später gekauft worden waren. Die beiden Spiele waren zwar nicht die Oberrenner, aber sie machten uns Kindern sehr viel Spass und wir saßen lange vor dem Wohnzimmerfernseher. Die beiden Spiele waren „Picnic Paranoia“ und „Darts“.

Bei Picnic Paranoia musste man, bewaffnet mit einer Fliegenklatsche, 4 Picknicktücher bestückt mit leckerem Essen, vor Ameisen, Spinnen und einer bösartigen Biene – oder war’s eine Hummel? – verteidigen. Wurde man von einer Spinne gebissen, oder der Hummel gestochen, so konnte man sich ein paar Sekunden lang nicht mehr bewegen. Ideal für diese Räuber das leckere Essen zu klauen. Mit der Fliegenklatsche konnte man das aber verhindern, wurde das Essen teilweise geraubt – also vom Tuch geschoben – konnte man es wieder zurück-„klatschen“. Haben die kleinen Biester sämtliches Essen geklaut, war die Runde zu Ende. Konnte man aber lange genug das Rauben verhindern, bekam man sogar ein Insektenvernichtungsspray, mit dem alle Biester auf einmal vernichtet wurden. Es konnte im Laufe des Spiels durchaus hektisch werden.

Darts ging ruhiger zur Sache, war aber auch mit viel Spass verbunden. Vor allem konnte man mit mehreren Spielern gegeneinander spielen. Jeder kam mal an die Reihe und musste seine Punktzahl so gut wie möglich Richtung 0 bewegen. Wer es als erstes schaffte war Sieger. Ein simples Spiel, aber wir saßen gerne und oft daran.

Asteroids als Cartridge kam irgendwann dazu. Grafisch nicht ganz so schön, aber unterhaltsam.

Man wollte natürlich nicht nur spielen, sondern auch wissen, wie diese Maschine funktioniert. Was kann sie? Das „READY“ nach dem Einschalten mit dem darunterliegenden weißen Viereck lud einen gerade dazu ein etwas einzugeben. Nur was? Vieles wurde mit einem „ERROR“ quittiert. Aber es gab ja meinen Vater, der in seinem Kurs so einiges gelernt hat, und für uns Kinder umgesetzt hat. Meistens waren das Lernprogramme für die Schule… Vokabeltrainer, Rechentrainer, … solche Dinge. Aber man konnte sich den Quellcode ansehen und so langsam begreifen, was diese ganze Mischung aus Befehlen machte. Und vor allem was die Befehle einzeln so machen.

Natürlich gab es damals auch Zeitschriften. Voll mit Listings zum Abtippen – meistens Spiele. Aber auch andere nützliche Dinge. Lange saßen wir vor dem Rechner und tippten das ganze ab, nur um nach dem finalen RUN einen ERROR zu bekommen… man hatte sich irgendwo vertippt. Meistens zeigte der Rechner schon an wo es haperte und man konnte die fehlerhafte Zeile anpassen.

Irgendwann kamen Tools, die einem beim Abtippen halfen. Sogenannte Prüfsummer oder im Falle der ganzen Hexzahlenreihen, die Abtipphilfen inkl. Prüfsummer. Dort brauchte man dann nur noch Zeile für Zeile eingeben, die Prüfsumme hinterher und schon erfuhr man, ob ein Fehler vorliegt. Passte alles, gings weiter, war ein Fehler vorhanden, konnte man die Zeile kontrollieren und ausbessern. Das war natürlich eine enorme Hilfe. So stellte man von Anfang an sicher dass das Programm am Ende auch lief.

Aus dem Abtippen wurde dann auch was Eigenständiges. Man entwickelte selber Programme. Oder eher Progrämmchen 😉 Aber sie machten das, was man beabsichtigte. Super.

Und dann war natürlich das Abspeichern. Schön wäre ein Diskettenlaufwerk gewesen, aber die waren damals recht teuer. Viel günstiger war dagegen eine Datasette. Aber mit einem enormen Nachteil: sie war langsam. Sehr langsam. Ich erinnere mich, dass Picnic Paranoia alleine 5 Minuten brauchte, bis es von Datasette geladen war. Einen Nervfaktor gab es auch noch: die Signale die die Datasette von sich gab, wurden in Form von Tönen – naja, falls man da von Tönen sprechen kann, es war mehr ein Quietschen und Kreischen – aus dem TV-Lautsprecher ausgegeben. Sehr zum Verdruss der Eltern… Der freundliche Hinweis den Ton abzustellen, wurde irgendwann nicht mehr so freundlich 😉

Neben dem 800 XL gesellte sich dann auch eine 2600 Junior. Eine reine Spielekonsole mit ein paar Spielen. Die kommt aber in einem anderen Artikel.

Wie es weiterging bei mir mit der Computerei… das erzähle ich ebenfalls ein anderes Mal.

 

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