Installation eines Netatalk (AFP) Servers unter Ubuntu

Viele kennen das: man hat mehrere OS X Rechner im Haus und genau die Daten die man gerade dringend benötigt, sind auf einem anderen Rechner gespeichert. Es gibt inzwischen viele Lösungen für solche Probleme, z. B. mit NAS oder Router mit der Möglichkeit eine USB-Festplatte anzuschliessen. Auch einen der vorhandenen Apple Rechner als „Server“ zu verwenden wäre im Bereich des Möglichen. Wer noch einen alten Rechner bei sich herumstehen hat, kann diesen kostengünstig zu einem Server für OS X Systeme ausbauen – mit Linux und netatalk.

Ich beziehe mich bei der Installation auf Ubuntu. Ab Jaunty 9.04 ist netatalk bereits passend in den Softwarequellen dabei.

Zuerst werden die Pakete avahi-daemon und netatalk installiert. Dies kann über die Synaptic-Paketverwaltung geschehen, oder über das Terminal:

sudo apt-get install avahi-daemon netatalk

Jetzt müssen wir noch an ein paar „Schrauben“ drehen, d. h. wir passen die beiden Services an unsere Bedürfnisse an:

Avahi (unter OS X auch Bonjour genannt)

Die Datei /etc/avahi/avahi-daemon.conf kann angepasst werden, muss aber nicht. Die Standardeinstellungen reichen in den meisten Fällen aus.

Interessanter ist das Verzeichnis /etc/avahi/services/ . In diesem werden alle avahi Services hinterlegt. Jeder Service wird in einer Konfigurationsdatei beschrieben. Für den netatalk Service reicht eine Datei namens afpd.service

<?xml version="1.0" standalone='no'?>
<!DOCTYPE service-group SYSTEM "avahi-service.dtd">
<service-group>
    <name replace-wildcards="yes">%h</name>
    <service>
        <type>_afpovertcp._tcp</type>
        <port>548</port>
    </service>
    <service>
        <type>_device-info._tcp</type>
        <port>0</port>
        <txt-record>model=RackMac</txt-record>
    </service>
</service-group>

Andere mögliche Services liste ich der Vollständigkeit halber mit auf. Es gibt noch wesentlich mehr Services, doch für den Hausgebrauch sind diese eher uninteressant.

Apache (HTTP)

<type>_http._tcp</type>
<port>80</port>

Samba (SMB)

<type>_smb._tcp</type>
<port>139</port>

Der Punkt model= bestimmt das Icon das im Finder angezeigt werden soll. Wem das Icon nicht gefällt, kann aus der Liste ein anderes wählen:

  • Xserve (ist das selbe wie RackMac)
  • PowerBook
  • PowerMac
  • Macmini
  • iMac
  • MacBook
  • MacBookPro
  • MacBookAir
  • MacPro
  • AppleTV1,1
  • AirPort

netatalk (afp)

Jetzt folgt die Konfiguration von netatalk. In /etc/netatalk/afpd.conf fügen wir am Ende folgendes hinzu:

- -tcp -uamlist uams_dhx.so -nosavepassword
- -tcp -noddp -icon -uamlist uams_guest.so,uams_dhx2_passwd.so -nosavepassword

Nun werden noch die Verzeichnisse, die freigegeben werden sollen, bekannt gemacht. Dies wird über /etc/netatalk/AppleVolumes.default geregelt:

~/ "Home Directory"
/home/share "Allgemeiner Share"

Jetzt zur Sicherheit noch beide Dienste neu starten, über das Terminal geht das mit

sudo /etc/init.d/avahi-daemon restart
sudo /etc/init.d/netatalk restart

Ab Ubuntu 9.10 (Karmic) hat sich dies etwas geändert, hier sollte folgende Syntax verwendet werden:

sudo  service avahi-daemon restart
sudo  service netatalk restart

Wem das zu kompliziert ist, der kann sein System auch komplett neu starten.

Jetzt sollten im OS X Finder die Freigaben erscheinen. Fertig!

, , , , ,

Bisher keine Kommentare.

Schreibe einen Kommentar