Firefox 63 mit automatischen Anti-Tracking-Maßnahmen

Mozilla kündigt Neuerungen an, diese sind ab sofort in der Nightly-Version integriert und können ausprobiert werden. Firefox 63 soll dann diese Änderungen beinhalten für alle verfügbar sein. Es geht um eine Anti-Tracking-Funktion. Tracker im Internet spionieren Nutzer nicht nur aus, sondern haben meistens noch den Nachteil, dass Webseiten ausgebremst werden. Gerade für Nutzer mit schlechteren Verbindungen oder älteren Systemen, kann dies sehr ärgerlich sein.

Daher wird Mozilla mehrere Ansätze testen, um das Tracking zu unterbinden:

Ladezeiten einer Seite verbessern

Tracking bremst das Web. Einer Studie von Ghostery zu Folge, werden durchschnittlich über 50% beim Laden einer Seite dazu verwendet, Tracker zu laden. Das verlängert den Ladevorgang und ist besonders schmerzhaft für diejenigen, die eine langsamere Verbindung haben.

Diese Tracker werden von Firefox künftig automatisch blockiert, sodass die Ladezeit verbessert wird. Im September wird man diese Funktion ausgiebig testen und bei Erfolg ab Firefox 63 alle bremsenden Tracker blockieren.

Cross-Site-Tracking verhindern

Ein guter Vergleich den Mozilla vorgibt: in der realen Welt können wir relativ unbeobachtet einkaufen, ohne dass eine Schar von Verkäufern uns hinterherrennt und beobachtet, was wir uns im Laden ansehen und/oder kaufen.

Im Web ist das leider gang und gäbe, daher wird Mozilla dies entsprechend unterbinden, in dem Cookies isoliert und Third-Party-Tracking am Zugriff gehindert werden. In der Nightly ist das bereits eingebaut und kann getestet werden. Sollte alles gut gehen, wird diese Funktion ab Firefox 65 scharf geschaltet.

Mitigating harmful practices

Damit meint Mozilla z. B. das Fingerprinting von Nutzern (detaillierte Geräteinformationen werden ausgelesen, um einen Nutzer eindeutig zu identifizieren) oder auch der Einsatz von Mining-Scripten auf Webseiten, wird in künftigen Versionen von Firefox ebenfalls automatisch unterbunden. Wann und in welcher Version dies geschehen soll, gibt Mozilla nicht bekannt.

Warum das Ganze?

Es geht dabei um mehr, als nur die Nutzer zu schützen – er soll eine Stimme erhalten. Webseiten werden auch weiterhin Daten gegen Inhalte tauschen, aber der Nutzer wird dies dann mitbekommen, weil die Seiten ihn nach den Daten fragen müssen. Eine positive Änderung, so bekommen zukünftig mehr Leute mit, welchen „Preis“ sie eigentlich zahlen.

Der Vergleich von Mozilla mit der Einführung des Pop-Up-Blockers im Jahr 2004 hinkt meiner Meinung nach ein bisschen, aber es hat damals den Werbetreibenden gezeigt, dass die Anwender sich nicht alles gefallen lassen. Vielleicht klappt dies 2018 mit den neuen Funktionen ebenfalls. Das Netz ist mit Werbung inzwischen schon sehr stark verseucht und ziemlich kaputt.

Wie kann ich das einstellen?

Wer die Funktionen bereits ausprobieren möchte, kann dies in der Nighlty-Version bereits aktivieren. Zu finden im Control Center unter dem neuen Bereich „Content Blocking“.

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